FAQs

Hier finden Sie die am häufigsten gestellten Fragen über Passivhäuser.

 

Allgemeine Fragen

 

Fragen nach Themen unterteilt:

Lüftungsanlage/Fensterlüftung /Luftdichtheit

Heizung

Architektur / Gestaltung

Passivhaus-Komponenten (Fenster etc.)

Dämmung / Fassade

Berechnungsverfahren / Passivhaus Projektierungspaket (PHPP)


 



Allgemeine Fragen


Wie lauten die Kriterien für den Passivhaus Standard?

Der Heizwärmebedarf darf den Grenzwert von 15 kWh/(m²a) nicht überschreiten. Über diesem Wert ist in Mitteleuropa eine Restbeheizung des Gebäudes über Zuluft nicht mehr sinnvoll möglich. Die zweite Anforderung wird an die Luftdichtheit der Gebäudehülle gestellt (n50 ≤  0,6 h-1). Die dritte Anforderung wird an den sogenannten Primärenergiekennwert gestellt, der neben der Heizwärme auch alle Energieverbräuche im Gebäude berücksichtigt (Warmwasser, Strom), sowie die „Art„ ihrer Herstellung. Dieser Primärenergiekennwert darf 120 kWh/(m²a) nicht überschreiten und kann mit dem PHPP (Passivhaus Projektierungs Paket; Planungshilfe auf Microsoft Excel* Basis) berechnet werden. Die Einhaltung dieses Wertes setzt, neben dem hohen Dämmstandard, den Einsatz einer sehr effizienten Haustechnik und energiesparender Haushaltsgeräte voraus. Kriterien für Passivhäuser

 

Kann ein Haus tatsächlich ohne Heizung funktionieren?
Die bereits bewohnten und auch gemessenen Passivhäuser beweisen es eindeutig: Auch in unserem Klima ist es möglich, Häuser mit einem derartig geringen Heizwärmebedarf zu bauen, dass eine minimale Zulufterwärmung ausreicht, um das Haus auch im Winter behaglich warm zu halten. Die Messergebnisse aus den Passivhaus-Siedlungen beweisen, dass der Heizwärmebedarf schon im voraus genau berechnet werden kann und dass auch bei den unterschiedlichsten Nutzern der berechnete Bedarf im Mittel bestätigt wird.

 

Sind Passivhäuser nicht zu teuer?
Auch wenn es inzwischen schon Bauträger gibt, die Passivhäuser genauso günstig wie konventionelle Häuser anbieten, so gilt doch im Allgemeinen, dass die hohe Qualität der Passivhaus-Komponenten beim Bau für Mehrkosten sorgt. Für bereits gebaute Passivhäuser wurden diese Mehrkosten genau berechnet: Bei einem Reihenmittelhaus mit 100 m² Wohnfläche in Hannover-Kronsberg lagen sie bei ca. 7.670 Euro; bei einer Doppelhaushälfte in Nürnberg mit 130 m² Wohnfläche bei 13.140 Euro. Die Energieeinsparung, die jährlich zwischen 510 und 1020 Euro ausmacht, sowie steuerliche Vorteile (Öko-Zulage) und der Zins-Vorteil durch die Passivhaus-Förderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau bewirken, dass das Passivhaus im Vergleich zu einem konventionellen Gebäude auf Dauer die günstigere Lösung ist.
Der Werterhalt eines Passivhaus ist durch die hohe Qualität (weniger Bauschäden durch luftdichte Bauweise und hohe Oberfächentemperatur, die Tauwasserausfall und damit Schimmelbildung verhindern) hierbei noch nicht berücksichtigt. Der erhöhte Wohnkomfort lässt sich monitär nicht ausdrücken. In den nächsten Jahren ist durch Serienfertigung der notwendigen Komponenten (Fenster, Haustechnik) mit weiteren Preisreduzierungen zu rechnen.

 

Ist das Passivhaus nicht ein kompliziertes Hightech-Haus?
Nein, das Passivhaus ist ein sehr gutmütiges und einfach zu bedienendes Haus. Die Komfortlüftung hat weniger Schaltknöpfe als ein normaler Fernseher! Das Passivhaus bietet Technik zum Anfassen: So kann der jährliche Filterwechsel von den Bewohnern selbst durchgeführt werden. Da in einem Passivhaus statt der Heizung nur noch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung (WRG) und einem Nachheizregister notwendig ist, kann eher von Häusern mit einfacher Haustechnik gesprochen werden. Es gibt in der Regel weniger Technik zu bedienen und zu warten als in einem herkömmlichen Gebäude. Die eingesetzten Komponenten, wie Fenster und WRG sind allerdings Produkte von sehr hoher Qualität – selbstverständlich wird bei ihrer Herstellung Hightech eingesetzt.

 

Sind Passivhäuser z.Z. nicht noch Häuser für Forschungszwecke?
Passivhäuser gibt es seit 1991. Der Prototyp dieses Baustandards steht in Darmstadt. Mittlerweile sind in Europa über 37.000 Wohneinheiten bewohnt. Die Vermarktung geht jetzt in die Breite, so dass Passivhäuser von zahlreichen Bauträgern und Fertighausherstellern angeboten werden. Nach den durchweg positiven Erfahrungen mehrerer Passivhaus-Siedlungen kommt jetzt bereits die dritte Generation der Passivhäuser. Die Pionierarbeit ist inzwischen geleistet und der Passivhaus-Standard ausreichend getestet.

 

Wer kann ein Passivhaus bauen?
Eigentlich jede/r engagierte Architekt/in zusammen mit einer/em Haustechnikplaner/in. Die Erfahrung zeigt, dass es sich beim Passivhaus-Standard um sehr „gutmütige„ Gebäude handelt. Werden die Grundsätze eingehalten, funktioniert ein Passivhaus problemlos. Dieser Standard beinhaltet „nur„ die konsequente Weiterentwicklung von Komponenten, die bereits jahrelang im Niedrigenergiehaus erfolgreich eingesetzt wurden und werden. Hilfreich bei der Planung ist die Fachliteratur und das PHPP.

 

Gibt es Sicherheiten für Baufamilien und für die Planer/innen?

Das Passivhaus Institut (PHI) hat zur Planung von Passivhäusern und Energetischen Sanierungen (siehe EnerPHit-Zertifikat - Modernisierung mit Passivhaus-Komponenten: www.passipedia.de) eine Berechnungshilfe, das Passivhaus Projektierungs Paket - PHPP, basierend auf dem europäischen Bilanzverfahren EN 832 auf Microsoft Excel* Basis herausgebracht. Mit diesem kann der Planer/die Planerin relativ einfach alle notwendigen Berechnungen durchführen und Varianten austesten. Falls das Gebäude zertifiziert werden soll, kann hiermit der Nachweis erbracht werden. Auch der Nachweis zum Einhalten der Mindestanforderungen (EnEV-Nachweis) kann mit dem PHPP erfolgen. Die Messungen in über 200 Passivhäusern haben gezeigt, dass unter Standardbedingungen der vorab mit dem PHPP berechnete Heizwärmebedarf mit den später tatsächlich auftretenden Verbräuchen gut übereinstimmt. Auch in den sanierten Altbauten konnten Messergebnisse die theoretisch ermittelten PHPP-Werte bestätigen.

 

Wieso gilt das Passivhaus als “open source” – wo es doch zugleich eine vertraglich vereinbarte Zertifizierung gibt?

Das Passivhaus ist ein frei zugängliches Konzept. Niemand braucht eine spezielle Erlaubnis oder ein Zertifikat, um ein Passivhaus zu bauen (über die für jedes Haus evtl. erforderliche Baugenehmigung hinaus). Versuche von Dritten, „Passivhaus“ als Marke zu schützen und zu einem „proprietären Standard“ zu machen, wurden vom Passivhaus Institut (PHI) in der Vergangenheit immer erfolgreich abgewehrt, weil es sich bei „Passivhaus“ um einen Gattungsbegriff handelt. Dies wurde, manchmal erst nach Diskussionen, auch von den Patentämtern genau so gesehen – zumal die grundlegenden Arbeiten dazu seit 1993 publiziert und für jedermann zugänglich sind.
Die Zertifizierung als „qualitätsgeprüftes Passivhaus“ (mit der PHI-Marke) ist ein Angebot des PHI. Niemand „muss“ sein Passivhaus zertifizieren. Da es sich aber für viele Planer, Bauträger und Ausführende um wirklich neue Anforderungen handelt, ist das Zertifikat ein guter Weg, sicher zu stellen, dass diese Anforderungen auch erfüllt werden. Das Vertrauen zwischen Anbieter und Käufer wird dadurch gefestigt. Außerdem spart eine gute Qualitätssicherung beim Planungsprozess oft viel Geld ein. Das PHI steht mit seiner Reputation hinter dieser Zertifizierung – die PHI-Kennzeichnung ist daher auch eine geschützte Marke. Nur durch das PHI anerkannte Zertifizierungsstellen dürfen diese Kennzeichnung verwenden. (siehe www.passiv.de /Zertifizierung/Weitere Zertifizierer).

 

 

Worin bestehen – für den normalen Bauherren erkenn- und begreifbar – die Unterschiede zwischen Niedrigenergiehaus und Passivhaus?
Das Passivhaus ist ein extrem gutes Niedrigenergiehaus – so gut gedämmt, dass die Komfortlüftung die Heizung mitübernehmen kann. Deshalb benötigt das Passivhaus im Gegensatz zum Niedrigenergiehaus keine Heizkörper mehr. Rein äußerlich scheinen die Unterschiede nicht sehr groß zu sein – aber beim Wohnen im Passivhaus werden der spürbar bessere Komfort und die extrem geringen Heizkosten erfahrbar.

 

nach oben

 



Lüftungsanlage / Fensterlüftung / Luftdichtheit

 

Ist der Gleichzeitige Betrieb von Feuerstätten zusammen mit Lüftungsanlagen möglich?
Auch wenn ein Feststoffofen mit Frischluft von außen versorgt wird, kann unter bestimmten Umständen CO (Kohlenmonoxid) aus dem Brennraum in den Wohnraum gelangen. Wenn im Aufstellraum ein höherer Unterdruck als 4 Pa gegenüber dem Brennraum herrscht, können je nach Bauart des Ofens Abgase durch Fugen austreten. Im schlimmsten Fall tritt CO aus, ein geruchloses und unsichtbares Gas, das tödlich wirken kann. Um diese Gefahr auszuschließen, gibt es drei Möglichkeiten, einen Feststoffofen (Kaminofen, Pelletkessel etc.) zusammen mit einer Lüftungsanlage zu betreiben:
1. Es wird ein raumluftunabhängiger Ofen gewählt (Einzelabnahme beim Institut für Bautechnik (DIBt)
2. Der Unterdruck, den die Lüftungsanlage im Aufstellraum erzeugt, wird auf 4 Pa Unterdruck beschränkt
3. Die Lüftungsanlage wird beim Betrieb des Ofens abgeschaltet
Zu Punkt 1: Die DIBt- Zulassungsgrundsätze für raumluftunabhängige Öfen (Entwurf Juli 2002) schreiben vor, dass die CO-Konzentration im Abgas maximal 1200 ppm bei Nenn- und Teillast betragen darf (bei 13 Vol% O2) und die Feuerstätten selbsttätig dicht schließende Türen haben müssen. Darüber hinaus müssen die Feuerstätten dicht zum Aufstellraum sein. Die maximale Leckagerate darf 2,0 m³/h bei einem Differenzdruck von 10 Pa nicht überschreiten. Dies gilt sowohl bei kaltem als auch bei warmem Ofen. Die Abgasleitung sowie die Verbrennungsluftleitung werden dabei mit geprüft. Die Dichtigkeit muss auch nach 6000 Schließungen der Brennraum- und Beschickungstüren gewährleistet sein. Bislang haben nur wenige solcher Geräte die Zulassung erhalten.
Werden diese Anforderungen nicht erfüllt und nur eine separate Zuluftleitung, angeschlossen an einen Luft-Abgas-Schornstein (LAS) oder eine separate Zuluftleitung von außen eingesetzt handelt es sich also NICHT um eine raumluftunabhängige Feuerstätte!
Zu Punkt 2: Anlagen mit Wärmerückgewinnung dürfen nach Punkt 2 als Frostschutz nicht den Zuluftventilator zeitweilig abschalten. Hierdurch würde ein Unterdruck höher als 4 Pa im Gebäude entstehen. Als Frostschutz bei raumluftabhängigen Feuerstätten sind demnach nur die Außenluftvorwärmung mit Elektro- oder Wasserheizregister bzw. durch Erdreichwärmetauscher oder gleichwertige Maßnahmen zulässig.
Für den gemeinsamen Betrieb von Feuerstätten und Wohnungslüftungsanlagen fehlen derzeit noch im Detail abgestimmte und in sich schlüssige Regeln. Innerhalb des Normenausschusses zur Erarbeitung der Wohnungslüftungsnorm DIN 1946 Teil 10 und der Überarbeitung der DIN 1946 Teil 6, Lüftung von Wohnungen wird insbesondere diese Thematik mit Hochdruck bearbeitet. Aktuelle und praktische Hilfestellung für Planer und Bauherrn bieten die vom Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks und dem Verband der Wohnungslüftung als Übergangslösung ausgearbeiteten und abgestimmten Beurteilungskriterien für den vor Ort zuständigen Schornsteinfegermeister (mehr Information: pdf zum Herunterladen).
Quellen:
Armin Grebe, „Vorübergehend verstorben„, Holzöfen in Gebäuden mit Lüftungsanlagen, quadriga 3/2003
Hans Berhorst, Kaminofen und Wohnungslüftung im Haus? Gemeinsamer Betrieb von Feuerstätten – Wohnungslüftung – dunstabzugshaube, AIRTec, Verlag G. Kopf, Nr. 2, Juni 2003
Weitere Informationen:
Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks – Zentralinnungsverband (ZIV), Westerwaldstraße 6, 53757 Sankt Augustin, Tel. 02241/34070, www.schornsteinfeger.de
Verband für Wohnungslüfung e. V, Am Heiligen Kreuz 8, 29221 Celle, Tel. 05141/214511, www.wohnungslueftung-ev.de

Weiterführende Artikel zum Thema finden Sie auch auf Passipedia.

 

Darf man im Passivhaus die Fenster öffnen?
Natürlich dürfen die Bewohner jederzeit die Fenster öffnen, sie müssen es aber nicht, denn im Passivhaus kommt immer ausreichend Frischluft über die Lüftungsanlage. Das hat viele Vorteile: Dank der Feinfilter bleiben Schmutz und Pollen draußen - anders als bei der Fensterlüftung. Auch wenn die Bewohner nicht zu Hause oder die Fenster über Nacht geschlossen sind - die Luftqualität im Haus ist immer hervorragend. Viele Passivhausbewohner schalten ihre Lüftungsanlage im Sommer ab und lüften wie gewohnt über die Fenster. Im Winter sollten allerdings die Fenster nicht über längere Zeit offen stehen, denn das führt - wie bei allen Häusern - dazu, dass die Raumlufttemperatur spürbar abkühlt und der Heizwärmeverbrauch stark ansteigt. (vgl. Passivhaus_Fenster_oeffnen bzw. Beiträge dazu in Passipedia)

 

Häufig gibt es Bedenken wegen der Lüftungsanlage: Wie steht es mit Bakterien, Geräuschen und spürbarem Luftzug?
Die Lüftungsanlage im Passivhaus ist eine Frischluftanlage und keine Klimaanlage mit Umluftbetrieb. Nur in Verbindung mit Feuchtefallen können Probleme mit Keimen entstehen, das betrifft schlecht gewartete Klimaanlagen, aber in keinem Fall reine Frischluftanlagen. Geräusche durch Ventilatoren und an den Luftventilen werden durch Schalldämpfer fast vollständig absorbiert. Die Frischluft wird über Weitwurfdüsen so in den Raum eingeworfen, dass sie zunächst an der Decke entlang streicht und dann den Raum gleichmäßig und mit nicht wahrnehmbarer Geschwindigkeit durchströmt.

 

Was passiert wenn die Lüftungsanlage ausfällt?
Die Gefahr, dass einer der beiden Ventilatoren ausfällt ist relativ gering, sie können aber schnell und problemlos repariert werden. In der Zwischenzeit lüften Sie einfach über die Fenster. Im Winter ist die Gefahr, dass Lüftungsanlage oder Nacherwärmung der Zuluft ausfallen, auch nicht größer als bei einem konventionellen Gebäude. Durch die gute Wärmedämmung kühlt ein Passivhaus aber nicht so schnell aus, die Räume lassen sich auch einfach durch höhere interne Wämequellen warmhalten.

 

Was muss bei der Wartung der Lüftungsanlage beachtet werden?
Der jährliche Filterwechsel kann von den Bewohnern selbst durchgeführt werden. Bitte denken Sie daran, beide Filter, nämlich das Außen – und das Abluftfilter zu wechseln. Wenn die Lüftungsanlage im Sommer außer Betrieb genommen wird, muss das Außenfilter vor der Wiederinbetriebnahme gewechselt werden. Für die Küche empfiehlt sich ein Edelstahlfilter, der in der Waschmaschine gereinigt werden kann.

Beim Filterwechsel muss besonders darauf geachtete werden, dass der Filter dicht sitzt und kein Spalt entsteht, durch den Staub eindringen könnte.Es empfiehlt sich, die Filter auf Vorrat zu bestellen und an einem trockenen, sauberen Ort, verpackt in der Originalfolie zu lagern.

Bewahren Sie das Protokoll des Haustechnikers zur Volumenstrom-Auslegung und zur Einstellung der Weitwurfdüsen sorgfältig auf, damit z.B. nach einer Renovierung die Düsen wieder so eingestellt werden können wie zuvor (Verstellung mittels Schraube).

 

Was mache ich, wenn mir die Luft im Winter zu trocken ist?
Die Höhe der relativen Raumluftfeuchtigkeit in Innenräumen hängt von folgenden beiden Einflussgrößen entscheidend ab:
· der Größe der inneren Feuchtequellen (z.B. Blumen, Kochen, Trocknen,...)
· der Menge der zugeführten Frischluft von außen.
Der aus den inneren Feuchtequellen stammende Wasserdampf wird durch die zugeführte frische Außenluft verdünnt. Je höher die zugeführte Außenluftmenge, desto geringer wird die sich im Innenraum einstellende relative Raumluftfeuchtigkeit. Besonders stark ist dieser Verdünnungseffekt im Winter; kalte Außenluft enthält nämlich nur sehr wenig Wasserdampf (bei -5°/90% z.B. nur etwa 3g je Kubikmeter Luft). Wird diese Luft in den Raum gebracht, wo sie letztendlich auf 20° erwärmt ist, dann beträgt ihre relative Feuchtigkeit nur noch 17,6% - solange, wie kein weiteres Wasser aus inneren Quellen der Raumluft zugeführt wird. Bei haushaltsüblichen Feuchtequellen (330 g/h - individuell verschieden) und einer "normgerechten" Lüftung (im Beispiel 120 m³/h - es gilt hier DIN 1946) resultiert in diesem Beispiel dann eine relative Innenluftfeuchtigkeit von 33,5%. Dies ist ein in der Regel noch komfortabler Wert, wenn die Luft einigermaßen sauber (wenig staubhaltig) ist.
Wenn bei normgerechter Lüftung den Bewohnern die sich einstellende Luftfeuchtigkeit zu niedrig erscheint, so ist leicht Abhilfe möglich: Durch eine Verringerung der Außenluftvolumenströme steigt die relative Innenluftfeuchtigkeit an, weil die Wasserdampfquellen weniger verdünnt werden. Nimmt man im obigen Beispiel die Außenluftmenge in der kalten Zeit auf 75 m³/h zurück - was in jedem Fall noch zulässig ist und ausreichend gute Raumluftqualität ergibt - so steigt die Raumluftfeuchtigkeit auf ca. 44% an. Niemand sollte mehr lüften, als es seinem eigenen Behaglichkeitsempfinden bzgl. der Luftfeuchtigkeit entspricht.
Konventionelle Lüftungsplaner neigen dazu, Luftmengen von Wohnungslüftungsanlagen eher hoch zu dimensionieren; es gab Zeiten, da wurde ein 0,5-facher oder gar 0,8-facher Luftwechsel für notwenig gehalten - und zwar gerade, um die Raumluftfeuchtigkeit im Winter niedrig zu halten; dann ist nämlich die Gefahr von Tauwasserbildung und damit verbunden die Schimmelpilzgefahr gering. Diese beiden Gefahren bestehen im Passivhaus aber ohnehin nicht, denn wegen des guten Wärmeschutzes sind alle Innenoberflächen von Außenbauteilen ohnehin so warm, dass auch bei 60% Raumluftfeuchtigkeit noch keine Tauwasserbildung auftritt. Daher kann die Außenluftmenge im Passivhaus ruhig in kalten Perioden etwas niedriger gefahren werden, insbesondere dann, wenn die Raumluftfeuchtigkeit von den Bewohnern sonst als zu gering empfunden wird. "Anhaltswerte" für Wohnungen sind Luftwechsel der Lüftungsanlage zwischen 0,3 und 0,4-fach. Für Passivhäuser geben wir generell die Empfehlung, die Luftmengen eher an diesen unteren Werten zu orientieren. Dann bleibt die Raumluftfeuchtigkeit bei guter Luftqualität im komfortablen Bereich.

Abhilfe bei niedrigen Raumluftfeuchtigkeiten:
1. Luftmengen geringer einstellen
2. evtl. zusätzliche Feuchtequellen in die Wohnräume (z.B. Blumen)
3. Wohnungen möglichst staubfrei halten: öfter mit einem guten Staubsauger mit Feinststaubfilter saugen.
Übrigens: Praktisch staubfreie Luft wird auch bei ganz geringen Feuchtigkeiten nicht als "zu trocken" empfunden; in kalter Höhenluft fühlen wir uns wohl. Allerdings lässt sich Luft in Wohnungen mit vertretbarem Aufwand nicht staubfrei halten. Daher gibt es tatsächlich auch eine Untergrenze für die relative Raumluftfeuchtigkeit (bei ca. 30%) unterhalb der die meisten Nutzer die Luft als zu trocken empfinden. Dann helfen nur die Punkte 1. und 2. wie oben beschrieben.
Artikel über Messwerte zur Feuchtigkeit im Passivhaus Kranichstein: FeuMess.pdf (176 KB)


Ist die hohe Luftdichtheit im Passivhaus z.B. bei einem Brand gefährlicher als in einem konventionellen Neubau?
Neubauten in Deutschland sind seit ca. 1985 mit n50 –Werten zwischen 2 und 4 h-1 so dicht, dass der ‚natürliche Luftwechsel‘ durch Fugen zwischen etwa 0,1fach und 0,2fach pro Stunde liegt. Dies wurde durch unabhängige Messungen verschiedener Büros bestätigt.
Derart geringe Luftaustauschraten sind aus verschiedenen Gründen nicht günstig zu beurteilen: schlechte Verdünnung von Innenluftschadstoffen (wie Radon, Formaldehyd, VOC), hohe Raumluftfeuchtigkeit und Geruchsbelästigung. Auch eine evtl. Problematik bei Schwelbränden könnte hinzukommen: allerdings fehlen uns hierzu Unterlagen zur Relevanz. Jedenfalls wird ein Rauchgaseintrag in die Innenluft bei geschlossenen Fenstern erst in ca. 3½ Stunden auf die Hälfte verdünnt. Ob ein Gebäude noch dichter oder etwas weniger dicht gebaut ist, spielt somit keine entscheidende Rolle.
Aus den zuerst genannten Gründen ist in einem Passivhaus grundsätzlich eine Wohnungslüftungsanlage vorhanden, die in der Regel in den jeweiligen Aufenthaltsräumen (Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer) eine etwa 0,5fache Frischluftzufuhr sicherstellt. Die Lufterneuerung findet dann nach Messungen und nach subjektivem Empfinden der Bewohner in deutlich besserem Umfang statt als bei gewöhnlichen Neubauten. Die Zeit für eine Halbierung von Schadstoffeinträgen reduziert sich dadurch auf ca. 1 h 20 min; auch dies ist für giftige Rauchgase zu lang, die Gefahr ist aber gegenüber der heutigen Normalsituation verringert.
1. Auch in einem Passivhaus sind grundsätzlich in jedem Raum öffenbare Fenster. Wenn eine außerordentliche Innenluftbelastung bemerkt wird, kann also durch Stoßlüftung eine unmittelbare Entlastung erfolgen. Hierin unterscheidet sich das Passivhaus nicht von anderen Gebäuden.
2. Befinden sich Belastungsquellen außerhalb des Aufenthaltsraumes, so wird dieser Raum nicht belastet: Da sich durch die Frischluftzufuhr im Raum eine gerichtete Strömung einstellt, werden ausschließlich die Räume entlang des Strömungspfades betroffen.
3. Wie bei allen Wohngebäuden ist auch im Passivhaus eine Verringerung der Gefahr durch Rauchmelder möglich. Der Einsatz solcher Warngeräte ist generell zu empfehlen.

 

Ist eine zentrale Staubsaugeranlage verträglich mit dem Passivhaus?
Eine zentrale Staubsaugeranlage ist auch im Passivhaus möglich, wenn gewünscht. Während des Betriebes einer Staubsaugeranlage muss nicht einmal die Lüftungsanlage abgeschaltet werden, da
1. die Luftmengen beim Staubsaugen nicht  so groß sind wie z.B. bei einer Dunstabzugshaube
2. man nicht zwei Stunden lang staubsaugt (aber z.B. eine Dunstabzugshaube kann ggfs. zwei Stunden lang laufen), es sich also um einen kurzen Zeitraum handelt.

Öffnungen nach draußen sollten jedoch luftdicht und gedämmt mit Klappen ausgeführt werden.

 

Kann Mineralfaserdämmung in Telefonieschalldämpfern eingesetzt werden?
Diese Frage wurde schon im ersten Passivhaus in Darmstadt-Kranichstein untersucht. Dort sind mit Mineralwolle gefüllte Telefonieschalldämpfer ohne Folienabdeckung im Einsatz. Das eco-Umweltlabor, Köln (Dr. Grün) hat u.a. auch die Faserkonzentration in der Raumluft und in der Luft aus der Lüftungsanlage untersucht. Das Ergebnis war: In der Zuluft wurde bei allen Messungen überhaupt nur einmal eine Faser gefunden, diese kam mit Sicherheit nicht aus dem Schalldämpfer. Die Konzentration an Mineralfasern in der Außenluft ist erheblich höher (10 - 30 Fasern/m³). Der Grund für die Reduktion liegt in den Frischluftfiltern in der Lüftungsanlage, dort bleiben Fasern i.d. Regel hängen (95-98%). Der Bericht ist als Passivhausbericht "Luftqualität im Passivhaus" beim Institut Wohnen und Umwelt (IWU, Darmstadt) erhältlich. Im Übrigen sind die modernen Mineralfaserwerkstoffe mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht krebserregend, da sie sich in kurzer Zeit in Körperflüssigkeit auflösen (im Gegensatz zu Asbest-Fasern). Wer dennoch ein ungutes Gefühl behält: Es gibt heute auch mineralfaserfreie Schalldämpfer, diese sind allerdings etwas teurer.

 

nach oben

 


 


Heizung

 

Hat ein Passivhaus gar keine Heizung mehr?
Ein herkömmliches Heizsystem mit Heizkessel-Regelung, Verteilleitung und Heizkörpern kann im Passivhaus eingespart werden: Wer diese Komponenten nicht vermissen möchte, darf sie jedoch nach wie vor einbauen. Der minimale Restheizbedarf eines Passivhauses ( 75 % weniger als ein Niedrigenergiehaus nach EnEV 2007, über 90 % weniger im Vergleich zu einem durchschnittlichen Bestandsgebäude) kann über das sowieso vorhandene Lüftungssystem zugeführt werden. Dazu dient ein Nachheizregister oder eine Wärmepumpe. Die Leistung des Nachheizregisters für ein 100 m² Wohnhaus beträgt rund 1000 W, vergleichbar mit der Leistung eines starken Haarföns. Im Badezimmer wird häufig noch ein Heizkörper vorgesehen, um eine kurzfristige Temperaturanhebung zu ermöglichen.

Ist ein Passivhaus an ein bestimmtes Versorgungskonzept gebunden?
Ein Passivhaus kann mit beliebigen Energieträgern und haustechnischen Konzepten versorgt werden. Die zahlreich realisierten Projekte zeigen eine große Bandbreite: Nahwärme, Fernwärme, Brennwertkessel, Kompaktheizaggregat mit Wärmepumpe, Flüssiggas-Kleinstluftheizung, Holzöfen, Ölkessel,...

 

Kann ich im Passivhaus einen Kamin betreiben?
Der Betrieb eines offenen Kamins schließt sich mit dem Lüftungssystem und der luftdichten Bauweise des Passivhauses aus. Möglich ist allerdings, einen geschlossenen Ofen z.B. mit Glasscheibe zu betreiben, wenn er luftdicht gebaut und raumluftunabhängig betrieben wird. Dies bedeutet, dass es eine von der Raumluft -unabhängige, gesonderte Zufuhr der Verbrennungsluft für den Ofen geben muss, welche absolut luftdicht ausgeführt sein muss, genau wie der Ofen selbst. Entsprechende Öfen mit raumluftunabhängiger Verbrennungsluftzufuhr sind im Handel bereits erhältlich.
Informationen über Beurteilungskriterien für den gemeinsamen Betrieb von Feuerstätte-Wohnungslüftung-Dunstabzugshaube Wohnungslüftung findet man unter:
zentrales Gerät, Zu-/Abluft, mit Wärmerückgewinnung
dezentrales Gerät, Zu- /Abluft, mit/ohne Wärmerückgewinnung
zentrales Gerät, Abluft, mit/ohne Wärmerückgewinnung

Anmerkung: Diese Merkblätter wurden vorübergehend zurückgezogen, da sie momentan im Rahmen der Bestimmungen der DIN 1946-6 in Zusammenarbeit mit dem Normenausschuss, Verbänden und DIBT vom Wohnungslüftungsverein überarbeitet werden. Stand 01/2011

Weiterführende Artikel zum Thema finden Sie auf Passipedia.

 

Wie reagiert ein Passivhaus bei extremen Kälteeinbrüchen?
Die Simulation und die Praxis haben gezeigt, dass Passivhäuser aufgrund der sehr guten Dämmung nur verzögert auf Kälteeinbrüche reagieren. Selbst wenn einem Passivhaus keine Wärme zugeführt würde, dauerte es mehrere Tage, bis die Temperaturen im Haus bemerkbar absänke. Solche Kälteeinbrüche gehen normalerweise im mitteleuropäischen Raum immer einher mit klarem Himmel und höherem passiven Solarenergieangebot. So kühlt das Gebäude selbst bei solchen extremen Situationen nicht aus, besonders da solche Kälteeinbrüche meist nur wenige Tage andauern.

 

Wie hoch ist der Energieverbrauch für eine Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung?
Die Leistungsaufnahme der Lüftungsanlage ist auf ca. 50 Watt je Wohnung begrenzt – das bedeutet, dass mehr als das zehnfache an Wärme eingespart werden kann, wie Strom verbraucht wird. Darüber hinaus sind die Anlagen praktisch nicht zu hören. Die Bewohner äußern sich sehr zufrieden über die Funktion der Anlagen.

 

Ist Gas umweltfreundlicher als Strom für den Betrieb des Nachheizsystem?
Der vorgelagerte Primärenergieaufwand für Flüssiggas ist deutlich geringer als für die Erzeugung von elektrischem Strom, einschließlich des Transportaufwandes. Ein eigener Gasanschluss kann aufgrund der niedrigen Verbräuche eine teure Investition sein, und lohnt sich normalerweise erst bei Reihenhäusern oder Mehrfamilienhäusern mit nur einem Anschluss. Eine Lösung für Passivhäuser stellt der Einsatz von Gasheizungen, wie sie für Campingmobile eingesetzt werden, dar. Wenn Strom in Wärmepumpen eingesetzt wird, kann der erhöhte Primärenergieaufwand wieder wettgemacht werden.

 

Was sind die Vor- und Nachteile einer Fußbodenheizung im Passivhaus?
Gewünscht ist eine Fußbodenheizung in der Regel, um behaglich warme Füße zu haben. Im Passivhaus ist dies jedoch im Regelfall durch die sehr gute Dämmung sowieso erreicht. Das zeigen auch Nutzererfahrungen:
„Endlich habe ich mal warme Füße. Hier kriegt mich keiner mehr raus aus diesem wunderbaren Haus“ schwärmt Karin Pankoke… sie lebt mit ihrem Mann … und Sohn … in einem der 32 Reihen-Passivhäuser (195 000 €) in der Siedlung Lummerland am Kronsberg. (aus Passipedia)

Der Effekt einer Fußbodenheizung im Passivhaus wird im Bezug auf die Behaglichkeitssteigerung relativ gering sein. Es ist nicht davon auszugehen, dass aufgrund der kleinen Heizleistungen der Boden wesentlich wärmer als 24° C wird. Diese Temperatur wird sich überhaupt jedoch nur im Heizlastfall, also als Maximaltemperatur im Winter, einstellen. Um warme Füße zu bekommen, ist es daher eher zielführend, auf die korrekte Auswahl des Bodenbelags zu achten, und 'warme' Materialien wie Holz zu bevorzugen (geringer Wärmeableitung).

Ein Vorteil der Fußbodenheizung ist, dass sie mit sehr niedrigen Vorlauftemperaturen auskommt.  Deshalb kann ein solche Heizfläche im Passivhaus gut mit Systemen, welche niedrige Vorlauftemperaturen anbieten (z.B. Wärmepumpe) gekoppelt werden. Ein Nachteil ist, dass ein solches System keine günstige Versorgungsvariante für ein Passivhaus darstellt. Im Passivhaus kommt es in erster Linie nicht darauf an, wie und wo die geringe Menge an Restwärme eingebracht wird. Um es kostengünstig zu gestalten, ist es möglich, die sowieso erforderliche Lüftungsanlage zum Heizen mitzubenutzen. Es gibt allerdings durchaus diverse Passivhäuser mit Fußbodenheizungen.
Mehr zum Thema auf Passipedia. Informationen zu Wärmeversorgungssystemen finden sich z.B. im Protokollband Nr. 20 „Passivhaus-Versorungstechnik“ des Arbeitskreises kostengünstige Passivhäuser.

 

 

Gibt es Empfehlungen für die Dämmstärken der Heizungs- und Warmwasserleitungen in Passivhäusern?

Es gibt Empfehlungen gerade für die Dämmdicke der Heizleitungen und Warmwasserleitungen, deren Herleitung (über Wirtschaftlichkeitsberechnungen) Sie im BBP-Bericht "Bewertung energetischer Anforderungen im Lichte steigender Energiepreise für die EnEV und die KfW-Förderung" ab S.53 (downloadbar unter folgendem Link: www.bbr.bund.de) nachlesen können.
kurz zusammengefasst ergeben sich folgende Empfehlungen für die Dämmstärken der Heizungs- und Warmwasserleitungen in Passivhäusern:
- Heizungsrohre außerhalb der thermischen Hülle:    Dämmung mit 2*DN (Nenn-Durchmesser)
- Heizungsrohre innerhalb der thermischen Hülle: keine speziellen Anforderungen, da die Wärme dem Gebäude zugute kommt, eine geringe Dämmstärke kann aber bei ungünstigen (vom Wärmeerzeuger weiter entfernten Räumen) durchaus Sinn machen
- Warmwasserleitungen und Zirkulationsleitungen sowohl außerhalb wie innerhalb der thermischen Hülle: Dämmung mit 2*DN
- kalte Rohrleitungen (Kaltwasser): Kondensatschutz

 

Auch bei den Kanälen der Lüftungsanlage sollten Sie die erhöhten Dämmstärken für Passivhäuser beachten:
- Lüftungskanäle innerhalb der thermischen Hülle:
    * Außenluft/Fortluft: diffusionsdichter Dämmstoff, Dämmstärke mindestens 50 mm (bei langen Leitungen auch 100 mm)
    * beheizte Zuluft: Dämmstärke 20-30 mm
- Lüftungskanäle außerhalb der thermischen Hülle
    * Abluft/Zuluft: Dämmstärke mindestens 100 mm

 



Architektur / Gestaltung

 

Gauben und Erker sucht man beim Passivhaus vergebens. Ein gewöhnungsbedürftige Architektur?
Auch bei den gebauten Passivhaus-Projekten sind Gauben und Erker bereits realisiert worden. Erfahrene Passivhaus-Architekten loben sogar die gewonnene gestalterische Freiheit bei Passivhaus-Projekten.

 

Muss ein Passivhaus nach Süden orientiert sein?
Die Südausrichtung stellt den optimalen Fall dar. Abweichungen um bis zu 30 Grad nach Westen oder Osten sind aber problemlos zu realisieren. Die Auswirkungen größerer Abweichungen können mit dem PHPP ermittelt werden. Projekte mit größerer Abweichung oder ohne freie Südfassade sind mit entsprechend besserer Dämmung auch umsetzbar und auch schon realisiert worden.

 

Gibt es Einschränkungen für die Dachform oder Neigung?
Ein Passivhaus kann mit jeder beliebigen Dachform und Neigung realisiert werden. Hier hat der Architekt/die Architektin große Freiheit. Wichtig ist, dass die thermische Hülle möglichst kompakt gebaut wird. Balkone können außen am kompakten Gebäude angegliedert werden und so die Kompaktheit auflockern.

 

In welcher Bauweise kann ein Passivhaus realisiert werden?
Der Passivhaus-Standard ist an keine Bauweise gebunden. Die Qualität der Wandaufbauten mit U-Werten von maximal 0,15 W/(m²k) lassen sich in Massiv-, Misch- oder Leichtbauweise realisieren. Für alle Bauarten und Baustoffe gibt es bereits realisierte Beispiele. Wichtig ist die konsequente Vermeidung von Wärmebrücken.

 

Kann ein Haus aus dem Gebäudebestand zum Passivhaus umgerüstet werden?
Im Prinzip ist dies mit relativ großem Aufwand möglich. Der Dämmstandard kann normalerweise sogar relativ einfach verbessert werden. Problematisch ist die Realisierung der luftdichten Ausführung und die Reduzierung vorhandener Wärmebrücken. Die ersten Projekte in diesem Bereich sind bereits fertiggestellt (www.passiv.de Altbau Modernisieurng mit Passivhaus Komponenten Tevesstraße FFM). Am kostengünstigsten ist die Sanierung im Zuge mit anderen Modernisierungsmaßnahmen, wie z.B. der Heizungserneuerung. Nicht jede Modernisierung muss ein Passivhaus zum Ziel haben: Mit Passivhaus-Komponenten lassen sich aber bei Altbauten gut 70 bis 80 % Energie einsparen (www.passiv.de Altbauhandbuch).

Das Passivhaus Institut hat deshalb neben der Passivhaus-Zertifizierung auch eine Zertifizierung entwickelt für die Anwendung von Passivhaus-Komponenten bei der Modernisierung: EnerPHit.

 

Welche Baustoffe eignen sich für ein Passivhaus?
Das Passivhaus stellt einen Baustandard dar, der sich mit allen üblichen Baumaterialien und den üblichen Herstellungsmethoden umsetzen lässt. So gibt es Projekte in Massivbauweise, mit Betonschalungssteinen, als Mischbauweise oder in Holzbauweise.

 

nach oben

 



Passivhaus-Komponenten (Fenster etc.)

 

 

Gibt es Informationen über Passivhaus taugliche Bauteile und Komponenten?
Das Passivhaus Institut veröffentlicht eine Liste mit Passivhaus tauglichen Bauteilen und Komponenten, die empfehlenswert und z.T. auch zertifiziert sind.

 

Wie ist es möglich, dass die sogenannten Superfenster im Winter mehr Wärme in das Gebäude lassen, als durch sie abgestrahlt wird, sie aber im Sommer als Schutz vor Hitze dienen?
Entscheidend für den reduzierten Wärmedurchgang ist der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert). Dieser ist bei den Superfenstern mit max 0,8 W/(m²K) nur halb so hoch wie bei heutigen normalen Fenstern mit Zweischeiben-Wärmeschutzverglasungen. Die Fenster haben einen etwas niedrigeren Solarenergiedurchlassgrad (54 bis 60% statt 62%), trotzdem ist die Energiebilanz über das Jahr wegen der sehr viel niedrigeren Verluste zumindest für Südorientierungen positiv. Im Sommer ist der Energiedurchlass für die Solareinstrahlung wegen des hohen Sonnenstandes deutlich geringer – der Großteil der Strahlung wird reflektiert! Der Herstellungsenergieaufwand für die dritte Scheibe einer Superverglasung ist geringer als die Energieeinsparung im ersten Jahr.

 

Passivhaus-Fenster ....da spare ich mir doch die Öffnungsflügel der Fenster

NEIN - auf keinen Fall! Ein jeder Aufenthaltsraum (Schlaf-, Kinder-, Wohnzimmer oder Küche) im Passivhaus benötigt mindestens ein Fenster, das sich öffnen lässt. Am besten ist ein herkömmlicher Dreh/Kipp-Beschlag. Dafür gibt es viele wichtige Gründe, hier an Kosten zu sparen ist der falsche Ansatz und kann später unangenehme Folgen haben:

Im Sommer und in Teilen der Übergangsjahreszeiten ist das Ablüften von überschüssiger Wärme über die Fenster die einfachste, effektivste und kostengünstige und umweltfreundlichste Methode der Sommerkühlung. Am besten eignet sich hier eine Querlüftung. Die vernünftiger weise eingestellten Luftwechsel einer Passivhaus-Lüftungsanlage liegen deutlich niedriger, die Ventilatorabwärme verringert den Kühleffekt zusätzlich. (Diese Luftmengen sind für kalte Perioden im Winter konzipiert – sie dürfen gar nicht sehr hoch sein, weil sich sonst trockene Raumluft ergibt. Für deutlich höhere Luftmengen müsste das System ganz anders ausgelegt werden: Es würde teurer und weniger effizient – dabei lassen sich die höheren Luftmengen mit einem öffenbaren Fenster ganz leicht kostengünstig realisieren).

 

Öffenbare Fenster werden vom Nutzer stillschweigend erwartet und eröffnen dem Nutzer flexible Optionen. Viele Nutzer betonen den notwendigen Kontakt zur Außenwelt, und sie wollen dies auch selbst entscheiden. Große Unzufriedenheit kann entstehen, wenn Nutzern diese Entscheidungskompetenz entzogen wird. Der Wunsch der Bewohner sollte
immer Fall berücksichtigt werden, es sei denn, das ist durch objektive Umstände einsichtigerweise nicht möglich (z.B. in einem U-Boot oder einem Raumschiff).

 

Die Reinigung von Festverglasung ist im Normalfall aufwendiger als wenn die Fenster geöffnet und von innen gereinigt werden können. Das kann die Nutzung des Gebäudes vereinfachen und besonders im Nichtwohnbau ggf. die Betriebskosten reduzieren.
Die Untersuchungen realisierter Passivhäuser zeigen, dass es auch im Winter keine Probleme mit der Beheizbarkeit der Gebäude oder einen nennenswerten Verbrauchsanstieg gibt, weil die Bewohner die Fenster längere Zeit offen lassen würden. Hier brauchen Planer und Architekt keine Sorgen vor einem befürchteten „Fehlverhalten“ der Bewohner zu haben. Es gibt sogar vereinzelt Bewohner die auch im Winter - trotz frischer Zuluft über die Lüftungsanlage - bei gekipptem Schlafzimmerfenster schlafen. Selbst hier ergaben sich keine Probleme für die Gebäude, nur geringfügig höhere Heizwärmeverbräuche. (vgl. Passivhaus_Fenster_oeffnen bzw. Beiträge dazu in Passipedia)

 

Wenn im Winter das Haus z.B. bei einer Party oder im Nichtwohnbau z.B. bei einer Versammlung deutlich höher belegt ist als im sog. „Auslegungszustand“ kann es angenehm sein die warme Luft schnell und einfach ablüften zu können – also einfach Fenster auf.
Nicht zuletzt kann ein öffenbares Fenster einen einfachen Rettungsweg darstellen.
Vereinzelt wurde uns berichtet, das es auch Passivhäuser gibt, die überwiegend oder ausschließlich mit Festverglasung ausgestattet sind. Hier gab es die Berichte und Anfragen immer Aufgrund einer Unzufriedenheit mit sommerlichen Übertemperaturen oder dem fehlenden Außenkontakt. Dies kann mit einem Dreh/Kipp-Beschlag einfach vermieden werden.

Alle diese Gründe und Erfahrungen führen zu der Vorgabe, dass es zumindest ein öffenbares Fenster je Aufenthaltsraum geben sollte. Wenn ein Gebäude als qualitätsgeprüftes Passivhaus zertifiziert werden soll, ist dies zwingende Voraussetzung.

 



Dämmung / Fassaden

 

Kann es Feuchteschäden in der Wärmedämmung geben?
Es gibt keinen Grund, weshalb bauphysikalisch und konstruktiv richtig angebrachte Wärmedämmung durchfeuchten sollte. Fälle von Feuchteschäden kennen wir vor allem bei nicht oder sehr schlecht gedämmten Konstruktionen: Dort ist die Tauwasserbildung zu erwarten und dort tritt sie auch regelmäßig auf.

 

Kann das Tauwasser an Außenoberflächen zum Problem für Passivhaus-Fassaden werden?
Die Bildung von Tauwasser an Oberflächen, die im Freien gegen den Himmel Wärme abstrahlen können, ist ein natürlicher Vorgang: Auf Wiesen, an Straßenschildern, an der Windschutzscheibe von Autos, auf hinterlüfteten Dächern u.v.a. mehr findet man regelmäßig Oberflächentauwasser und teilweise sogar Reifbildung. Auch an Außenoberflächen beheizter Gebäude kann Tauwasser auftreten und zwar unterhalb von U-Werten von ca. 1,0 W/(m²K). Dieser Wert wird bei Neubauten generell unterschritten; das auftretende Tauwasser an Außenoberflächen ist in der Regel nicht problematisch: Außenoberflächen müssen weit extremeren Wasserbelastungen (wie z.B. einem Platzregen) standhalten. Es kann nicht bestritten werden, dass die Wahrscheinlichkeit für Algenbildung mit zunehmend längeren Feuchtphasen an Außenoberflächen zunimmt, wenn keine weitere Vorsorge (siehe unten) getroffen wird. Die Algen sind weder toxisch noch für die Oberfläche schädlich – sie können aber als unfreiwillige Wandbegrünung als unschön angesehen werden.
Abhilfe ist möglich durch eine Außenfarbe, die infrarot- reflektierend ist: Dadurch steigt auch bei hochdämmenden Bauteilen die äußere Oberflächentemperatur über die Taupunkttemperatur der Außenluft an, so dass Tauwasser nicht mehr auftritt und Regenwasser schnell abtrocknet. Untersuchungen zu diesem physikalischen Verfahren und Entwicklungen laufen dazu derzeit an mehreren Stellen: Nebenbei führt ein solcher Anstrich zu einer weiteren Energieeinsparung, weil die Wärmeabstrahlung in die Umgebung abnimmt.

 

Kann Radon und seine Zerfallsprodukte in gut gedämmten Häusern gefährlich werden?
Radon ist ein Edelgas, das in den Zerfallsketten von Uran und Thorium auftritt und selbst radioaktiv zerfällt. Es ist *-aktiv (Zerfall durch Emission eines schnellen Heliumkerns) mit einer Halbwertzeit von 4 Tagen und auch die Zerfallsprodukte sind wieder radioaktiv. Die wesentlichen Quellen des Radons in Gebäuden sind die Zufuhr aus dem Boden unter den Häusern und die Freisetzung aus mineralischen Baumaterialien (Naturstein, Beton, Gips, Lehm, Ziegel u. a.). Wenn höhere Radonkonzentrationen vorliegen, ist in den meisten Fällen die Hauptquelle nicht das Baumaterial, sondern der Boden. Die Ursache ist der Urangehalt des Erdreichs und des Gesteins. Die Werte für die Belastung schwanken sehr stark, je nach Standort des Gebäudes (Urangehalt des Bodens), Art (vulkanisches Gestein?) und Menge (schwere Bauweise?) der Baumaterialien sowie Dichtheit des Abschlusses gegen den Boden und Luftwechselrate. Die (natürliche) Strahlenbelastung durch Radon und seine Zerfallsprodukte ist in der Tat ein ernst zu nehmendes Risiko. Nach [1] beträgt der derzeitige Mittelwert der Radonkonzentration in der Raumluft ca. 50 Bq/m³, die mittlere Äquivalentdosis etwa 15 mSv (1500 mrem) im Bronchialepithel und etwa 2 mSv (200 mrem) im Alveolarbereich der Lunge. Von den ca. 50000 Lungenkrebstodesfällen pro Jahr in der Bundesrepublik Deutschland dürfte nach [2] ein relativer Anteil von 4-12 % (bei Männern und Frauen, Rauchern und Nichtrauchern etwa gleich groß wegen synergistischer Effekte) durch die Inhalation von Radon und Zerfallsprodukten bedingt sein: etwa 2000 bis 6000 Fälle pro Jahr oder 0,1 bis 0,4 % aller Todesfälle. Dies demonstriert, dass die Probleme mit Radon ernst genommen werden müssen.
Die wirksamsten Maßnahmen zur Verringerung der Radonbelastung in Wohnungen sind:
· Abdichtung gegen die Radonzufuhr aus dem Boden (vgl. [3]),
· Abführung des Radons aus dem Boden durch aktive oder passive Entlüftung des Kellers,
· evtl. Abdichtung von Wänden aus Materialien mit besonders hohem Urangehalt (Basalt, andere schwere Baumaterialien – muss gemessen werden!) gegen Innenräume (Dampfsperre),
· Gewährleistung einer ausreichenden Frischluftzufuhr z. B. durch aktive Entlüftung oder besser durch Wärmerückgewinnung aus der Abluft.
Keine der genannten Maßnahmen steht im Gegensatz zu einer erhöhten Energieeinsparung im Wohnungsbereich. Sinnvolle Wärmeschutzmaßnahmen führen zu keiner Erhöhung der Radonbelastung, im Gegenteil, sie können mit Maßnahmen zur Reduktion der Radonkonzentration verbunden werden:
· Dämm-Materialien sind Leichtbaustoffe die kein (organisches) oder kaum (organisches) Uran enthalten.
· Der außen liegende Wärmeschutz von Wänden, die Dämmung des Daches und Dachbodens verändert die Radonkonzentration im Innenraum nicht. Das gleiche gilt für Fensterscheiben mit guten U-Werten (insbesondere Wärmeschutzglas). Vgl. jedoch die Aussagen bzgl. Dichtheit und Fenster!
· Die dicht ausgeführte Dämmung der Kellerdecke kann mit einer wirksamen Abdichtung gegen die Radonemissionen aus dem Boden verbunden werden. Hierdurch wird die Belastung wirkungsvoll verringert.
· Bei der Ausführung von Innendämmungen ist die Anbringung einer innenseitigen Dampfbremse empfehlenswert. Diese ist dann zugleich eine wirksame Barriere gegen Radon aus Wandbaustoffen.
Dämm-Maßnahmen (Verringerung der Wärmeableitung durch Bauteile, sog. Transmissionswärmeverluste) dürfen nicht mit Abdichtmaßnahmen (Verringerung des Lüftungswärmeverlustes) in einen Topf geworfen werden. Wie oben gezeigt, ist die Wärmedämmung neutral oder sogar belastungsmindernd bzgl. Radon. Im Wohnungsbestand sind die höchsten Energieeinsparungen auch durch Dämmung und nicht durch Abdichtung zu erzielen. Bezüglich der Reduzierung auch der Lüftungswärmeverluste gilt folgendes:
Ein ausreichender Luftwechsel ist aus einer ganzen Reihe von Gründen in bewohnten Räumen unerlässlich: Abfuhr von Gerüchen, CO2, Schadstoffen aus Möbeln etc., Abfuhr von Wasserdampf (um Bauschäden –Schimmelpilz!- zu vermeiden) wie auch der Erreichung eines niedrigen Gleichgewichtspegels von Radon.
Wenn, wie bei modernen Wohngebäuden, die Gebäudeaußenhüllen sorgfältig luftdicht ausgeführt werden, so muss grundsätzlich eine ausreichende Belüftung sichergestellt werden. Fensterlüftung durch die Bewohner ist dabei eine mögliche, aber nicht die beste Lösung. Das PHI empfiehlt grundsätzlich den Einsatz von Wohnungslüftungsanlagen. Im Bestand und bei Niedrigenergiehäusern wurden gute Erfolge mit Abluftanlagen gemacht. [5].
Eine sowohl die Radonkonzentration stark vermindernde als auch energiesparende Lösung ist die Verwendung einer Wohnungslüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung [4]. Auch hier ist die energietechnisch optimale Lösung die mit der effektivsten Verringerung der Radon-Belastung.
Messungen in Passivhäusern mit sehr guter Wohnungslüftungsanlage haben Radonkonzentrationen ergeben, die deutlich unter den durchschnittlichen Vergleichswerten liegen [6].
Literatur:
[1] „Strahlenexposition und mögliches Lungenkrebsrisiko durch Inhalation von
Radon-Zerfallsprodukten in Häusern„. Bauphysik 2/1986 S. 59ff.
[2] W. Jacobi: „Expected Lung Cancer Risk from Radon„ Daughter Exposure in Dwellings, Proceedings International Conference on Indoor Air Quality„ Stockholm 1984.
[3] T. Brennan und B. Turner: „Defeating Radon„, Solar Aage, March 1986
[4] Passivhaus Institut: „Dimensionierung von Lüftungsanlagen in Passivhäusern„, Protokollband Nr. 17 des Arbeitskreis kostengünstige Passivhäuser.
[5] W. Feist: „Wohnungslüftung – künftig unverzichtbar„, Installation - DKZ, 120. Jahrgang, Mai 2000, S. 231 ff.
[6] W. Feist: „Gasförmige Luftverunreinigungen„, Protokollband Nr. 8 des Arbeitskreis kostengünstige Passivhäuser, Passivhaus Institut, Seite I/2.

 

nach oben

 



Berechnungsverfahren / Passivhaus Projektierungs Paket (PHPP)

 

Gibt es Sicherheiten für Baufamilien und für die Planer/innen?
Das Passivhaus Institut (PHI) hat zur Planung von Passivhäusern und Energetischen Sanierungen (siehe EnerPHit-Zertifikat - Modernisierung mit Passivhaus-Komponenten: www.passipedia.de) eine Berechnungshilfe, das PHPP, basierend auf dem europäischen Bilanzverfahren EN 832 auf Microsoft Excel* Basis herausgebracht. Mit diesem kann der Planer/die Planerin relativ einfach alle notwendigen Berechnungen durchführen und Varianten austesten. Falls das Gebäude zertifiziert werden soll, kann man hiermit den Nachweis erbringen. Auch der Nachweis zum Einhalten der Mindestanforderungen (EnEV-Nachweis) kann mit dem PHPP erfolgen. Die Messungen in über 200 Passivhäusern haben gezeigt, dass unter Standardbedingungen der vorab mit dem PHPP berechnete Heizwärmebedarf mit den später tatsächlich auftretenden Verbräuchen gut übereinstimmt. Auch in den sanierten Altbauten konnten Messergebnisse die theoretisch ermittelten PHPP-Werte bestätigen.

 

Wo liegt die Grenze für den Einsatzbereich des PHPP? Ist das Heizlastmodell des PHPP für Gebäude mit höheren spezifischen Heizlasten als das Passivhaus und einer schlechteren Zeitkonstante überhaupt noch anwendbar?
Das Verfahren der Heizlastauslegung im PHPP ist von Carsten Bisanz für Niedrigenergie- und Passivhäuser entwickelt worden. Auch bei Niedrigenergiehäusern mit einer etwas höheren Heizlast als bei Passivhäusern sollte es daher noch zutreffen. Allerdings liegen hierzu – im Gegensatz zu den Passivhäusern, wo sich das Verfahren auch in der praktischen Anwendung sehr gut bewährt hat – keine systematischen Untersuchungen vor. Da die thermische Trägheit von Gebäuden mit schlechterem Wärmeschutz geringer ist, muss man davon ausgehen, dass insbesondere die Auslegungs-Außentemperaturen des PHPP-Verfahrens für diese Gebäude nicht mehr angemessen sind. Untersuchungen dazu, wo genau die Grenze des

Einsatzbereichs liegt, gibt es nicht.

 

nach oben

 

 


info@ig-passivhaus.deInformations-Gemeinschaft Passivhaus Deutschland  
Netzwerk für Information, Qualität und Weiterbildung